Bier stresst die Haut

22. Januar 2011

Rainer Sturm / pixelio.de

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Im Gerstensaft stecken offenbar Stoffe, die Schuppenflechte fördern können

Frauen, die regelmäßig Bier trinken, haben ein erhöhtes Risiko, an Schuppenflechte (Psoriasis) zu erkranken, berichtet die “Apotheken Umschau”. Diesen Zusammenhang fanden Forscher in der großen amerikanischen Krankenschwester-Studie mit mehr als 100000 Teilnehmerinnen. Bei anderen alkoholischen Getränken wie Wein oder Likör ließ sich ein solcher Zusammenhang nicht nachweisen. Die Autoren der Studie vermuten, nicht der Alkohol, sondern Gerstenstärke oder Gluten sei für den Ausbruch einer Schuppenflechte mitverantwortlich.

Quelle: “Apotheken Umschau” 10/2010

Weingenuss im Alter – Mehr Vor- als Nachteile

30. Dezember 2010
Trudi Raschdorf / pixelio.de

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Eine Studie aus den USA belegt, dass Menschen, die erst im mittleren bis höheren Lebensalter den moderaten Konsum von Wein aufnehmen, wesentlich weniger Herz-Kreislauferkrankungen entwickeln als jene, die ihr Leben lang abstinent bleiben.

Es gehört nunmehr zum etablierten Wissen, dass regelmäßiger moderater Weinkonsum der  Gesundheit zuträglich ist. Vor allem das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen wird deutlich gesenkt.

Um der Frage wissenschaftlich nachzugehen, ob Menschen, die erst in höherem Lebensalter mit dem Konsum alkoholischer Getränke beginnen, davon mehr Nutzen oder mehr Schaden haben, hat eine Arbeitsgruppe um Dr. Dana King vom Department of Family Medicine, Medical University of South Carolina (Charleston) dies in einer Langzeitbeobachtungsstudie untersucht. In der ARIC-Studie (Atherosclerosis Risk in Communities) waren insgesamt 15.792 gesunde Frauen und Männer (45-65 Jahre) über 10 Jahre unter Beobachtung. Von den zu Beginn 7697 freiwillig völlig abstinent lebenden Teilnehmern hatten nach 6 Jahren 442 (6 % ) den moderaten Konsum alkoholischer Getränke in ihren Lebensstil aufgenommen (d.h. bis zu 24 g Alkohol/Tag bzw. etwa 300 ml Wein pro Tag). Nach weiteren 4 Jahren wurde der gesundheitliche Status – wie auch die Verteilung aller bekannten Risikofaktoren – ausgewertet.

Ergebnis: Wer im mittleren und höheren Alter dazu übergegangen war, alkoholische Getränke in moderaten Mengen zu konsumieren, hatte niedrigere LDL-Cholesterinspiegel und einen niedrigeren Blutdruck entwickelt als jene, die die ganze Zeit abstinent geblieben waren. Zudem hatten diese Teilnehmer ein 38 % niedrigeres Risiko, eine Herz-Kreislauferkrankungen zu erleiden. Als man die Daten noch hinsichtlich der Getränkepräferenz separat auswertete, fand sich, dass dieser Schutzeffekt nur bei Weintrinkern statistisch signifikant nachweisbar war. Die Weingenießer hatten ein um 68 % gesenktes Herz-Kreislaufrisiko!

Schlussfolgerung: Diese Studie, die von den amerikanischen Gesundheitsbehörden (National Heart Lung and Blood Institute) beauftragt und gefördert wurde, lässt den Schluss zu, dass keine gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen, wenn abstinent lebende Menschen im

Wein zu Weihnachten – Erlesene Tropfen zu Ente, Gans und Fisch

05. Dezember 2010
Peter Kirchhoff / pixelio.de

Peter Kirchhoff / pixelio.de

Wein zu Weihnachten bietet eine tolle Abrundung der Festessen während der Festtage für den kultivierten Genuss. Doch welche Weine passen am besten zum Enten- und Rinderbraten und Fisch?

Entscheidende Kriterien für den richtigen Wein zu Weihnachten sind nicht nur die Art des Fleisches, sondern auch die Beilagen des Essens, denn die goldene Regel ist, dass weder das Essen noch der Wein andere Komponenten überdecken sollte.

Wein zu Weihnachten – der passende Tropfen zu Ente, Gans und Rind

Der passende Wein zu Weihnachten bei Gans und Ente kann durchaus auch ein Weißwein sein, während zu Rind Weißwein nicht harmonisiert. Bei schweren Essen wie den Rinder- und Gänsebraten leistet der Magen Höchstarbeit. Für den Gänsebraten empfiehlt sich ein leichter Rotwein, wie zum Beispiel ein nicht zu kräftiger Burgunder (Pinot Noir) oder ein leichter deutscher Spätburgunder, zum Beispiel von der Ahr.

Zu dunklem Fleisch wie dem Rinderbraten passt am besten ein kräftiger Rotwein, wie zum Beispiel der Knights Valley Cabernet Sauvignon aus dem Hause Beringer. Für einige ist dieser der passendste Wein zu Weihnachten, mit seinem Kirscharoma mit Noten von Vanille, Eichenholz und Gewürzen. Aber auch ein trockener Spätburgunder passt zu schwerem Fleisch und ist ein passender Wein zu Weihnachten.

Passender Wein zu Fisch und Saucen

Der passende Wein zu Fisch ist je nach Zubereitung ein anderer. Allgemein sind es Weißweine, die am besten zu Fisch harmonieren, wie zum Beispiel ein Riesling. Zu gegrilltem Fisch schmecken hingegen mediterrane Rotweine am besten, da ein Weißwein dem intensiven Fischaroma nicht gewachsen wäre.

Wichtig bei der Auswahl des Weines zu Weihnachten ist es zu beachten, welche Sauce zu den Gerichten serviert wird, da diese den Geschmack oftmals dominieren. Werden die Gerichte mit Sauce serviert, sollte der Wein auf die Sauce abgestimmt werden. Die Regel weißer Wein zu hellem Fleisch und roter Wein zu dunklem Fleisch ist zwar generell richtig, kann aber nicht angewendet werden, wenn die Sauce den Fleischgeschmack völlig überdeckt.

Keine einhellige Meinung bei deutschen Winzern zum Internet

12. November 2010
© Gerd Altmann / PIXELIO

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Kaum ein Medium ist in den letzten Jahren so kontrovers diskutiert worden, wie das Internet. Fakt ist, dass das strafrechtliche Potential von der gesetzgebenden politischen Instanz sehr lange verharmlost wurde und erst nach und nach den rechtsprechenden Gremien das nötige Handwerkszeug an die Hand gegeben wird.

Was ich allerdings in den letzten 9 Monaten an extremen Meinungen von einigen deutschen Winzern gehört habe, ist schon enorm. Anstatt nüchtern auszuloten, ob das Internet für ein Weingut positive oder negative Folgen haben könnte, wird teilweise in einer Dimension gewettert, dass einen sehr an die Ächtung der ersten  Industrialisierungsmaßnahmen im 19. Jahrhundert denken lässt.  Meiner Meinung nach dienen hier einige Weingüter als Lautsprecher, die in der Anfangszeit des Internets schlechte Erfahrungen gemacht haben. Es ist die Rede von Dumpingpreisen, die den altgedienten stationären Handel an der Ladentheke untergraben. Besonders Einzelhändler ist die neue Dimension des Weinhandels ein Dorn im Auge. Hier wird mir aber zu viel halbwahres Stammtischwissen als Basis missbraucht. Und es wird leicht übersehen, dass beide Absatzmöglichkeiten ihre Stärken und Schwächen haben. Es macht durchaus Sinn beide Formen nebeneinander zu Pflegen. Besonders bei einem so beratungsintensiven Gut wie dem Wein.

Bevor der klassische Einzelhandel sich hier zu sehr ereifert, sollte er sich vielleicht sinnvollerweise über die eigenen Stärken bewusst werden. Da ist zum einen die regionale Ansprache! Das Kulturgut Wein wird einem Stadtteil, einer Stadt oder Region als Allgemeingut nähergebracht. In den meisten Fällen geschieht dies ohne das Internet. Die Persönlichkeit und die Kompetenz des Weinfachmannes oder -fachfrau können im direkten Gespräch überzeugen. Die Informationsverbreitung dauert zwar etwas länger, hat aber zum Beispiel bei Stammkunden eine wesentlich intensivere Haltbarkeit, da sich der Kunde bei einer Ladensituation mit allen seinen Sinnen empfangsbereit erklärt. Jedenfalls meistens! Spätestens beim Preis einer Flasche Wein könnte dann aber vom Kunden mal einen Verweis auf das Internet kommen. Portale wie wein.cc oder preisroboter sagen mir in Windeseile, wie viel mein Wunschwein kosten darf. Natürlich bin ich da als Händler genervt, wenn die eigene Kalkulation mindestens im Punkt Miete für ein Ladengeschäft zu Gunsten des Online-Handels ausfällt! Bisher mussten Sie in diesem Punkt nur auf die großen Fillialisten mit mehreren Geschäften achten. Heute sollte man von den vertriebenen Weinen mindestens einmal in der Woche einen Preisvergleich im Internet machen, um die eigenen Stärken neben dem sensorischen Erlebnis noch besser in den Vordergrund stellen zu können. Schließlich klappt das Nebeneinander von Ladengeschäften und Internet ja in anderen Branchen auch. Denn beim Mediamarkt und bei Saturn gab es in den letzten Jahren keine Verfluchung des Internets, obwohl die beiden zum Metrokonzern gehörenden Marken mit Sicherheit den Großteil Ihres Geschäftes in den Läden machen, denn bei den Preissuchmaschinen sucht man sie vergeblich!

Bei den Vergleichen mit dem Onlinehandel wird sehr oft übergangen, dass eine professionelle Onlineshop-Basis fast genauso kostspielig ist, wie eine hochwertige Einrichtung. Ein weiterer Nachteil des  Shops im Internet ist, dass ich alle variablen Daten eines Weines über die Tastatur mindestens einmal im Jahr verändern muss. In einem Laden muss sich der Verkäufer über den neuen Jahrgang bei den entsprechenden Verkostungsevents neben seinem Onlinekollegen informieren. Aber es reicht, wenn er die Informationen bei Bedarf dem Kunden mitteilen kann. Ja, sogar die vielzitierte 24-stündigen Öffnungszeiten könnten mit einem Faxgerät und einem Anrufbeantworter bei den stationären Händlern entschärft werden. Bleibt eigentlich nur, dass die Angebotsdaten beim Online-Händler immer zur Verfügung stehen und der Kunde jederzeit die Möglichkeit hat, sich ungestört im privaten Umfeld in seiner individuellen Freizeit über den Wunschwein zu informieren.

Zum Abschluss kommt hier noch eine Gemeinsamkeit. Online wie Offline muss man für das Marketing relativ viel Geld in die Hand nehmen, um als qualitativ hochwertiger Händler registriert zu werden. Die Nervosität, die sich aufgrund des neuen Absatzmarktes bei vielen Winzern aufgebaut hat, ist also in der derzeitigen Intensität nicht ganz gerechtfertigt. Außerdem ist es für einen Winzer wesentlich einfacher im Internet seinen vorgegebenen Mindestpreis zu kontrollieren, als bei den vielen Ladengeschäften anrufen zu lassen. Langfristige Dumpingpreise von nationalen Weinen sind nur mit Direktbezug möglich. Der Winzer hat also von seinem Weingut aus den Markt für die eigenen Weine sehr gut im Griff. Und sollte tatsächlich einmal ein Händler nicht direkt beziehen und die Preise unterwandern, würde ich an meine Großhändler ein Schreiben senden, in dem der auffällig gewordenen Händler genannt wird und der liefernde Großhändler beauftragt wird, seinen Kunden um die Einhaltung des Mindestpreises zu bitten. Es würde mich sehr freuen, wenn diese Diskussion demnächst mit dem nötigen Hintergrundwissen  und Seriosität vollzogen wird und somit der lobbyistisch unterwanderte Stil abgelöst wird.

Das tägliche Viertele senkt das Diabetes-Risiko

18. Oktober 2010
© Rainer Sturm / PIXELIO

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Eine Metaanalyse von Wissenschaftlern aus der Technischen Universität Dresden und aus dem Centre for Addiction and Mental Health der Universität von Toronto (Ontario, Canada) belegt, dass regelmäßiger aber mäßiger Genuss alkoholischer Getränke vor der Entwicklung eines Typ-2 Diabetes schützt.

Der „Alterszucker“, wie man früher den Typ-2 Diabetes nannte, hat sich in der industrialisierten Welt zu einer Krankheit epidemischen Ausmaßes auch bereits junger Menschen entwickelt. Die Ursache liegt in dem modernen Lebensstil mit zu viel Zucker, Übergewicht und Bewegungsmangel. Dessen Damoklesschwert heißt „Insulinresistenz“. Das bedeutet, dass die Körperzellen gegenüber dem Insulin abstumpfen und das Hormon der Bauchspeicheldrüse den Zucker nicht mehr effektiv verwerten kann. In der Folge steigt der Blutzucker und der Weg für den Typ-2 Diabetes ist geebnet. Zahlreiche Studien hatten in der Vergangenheit bereits darauf hingewiesen, dass der Konsum alkoholischer Getränke diese Insulinresistenz mindert und die Wahrscheinlichkeit senkt, den gefürchteten „Alterszucker“ zu entwickeln.

Um die Datenlage zu überprüfen und die Zusammenhänge zu sichern, haben Wissenschaftler eine Metaanalyse der 20 methodisch besten bislang veröffentlichten Langzeitbeobachtungsstudien durchgeführt. Nach Auswertung aller knapp 480.000 Personen ergab sich eine J-förmige dosisabhängige Risikokurve: Für Frauen fand man mit einem mittleren Konsum von 24 g Alkohol pro Tag (entspricht in etwa dem Viertele Wein) im Vergleich zu lebenslanger Abstinenz den stärksten Schutzeffekt. Bei dieser Menge war das Diabetesrisiko um 40 % gesenkt! Über 50 Gramm Alkohol pro Tag waren aber wiederum mit einem steigenden Diabetes-Risiko verbunden.

Bei Männern fiel die Schutzwirkung nicht ganz so stark aus. Den deutlichsten Effekt sah man bei täglichen 22 Gramm Alkohol mit einer Senkung des Risikos um 13 Prozent. Hier hielt allerdings der Schutzeffekt bis knapp 60 Gramm pro Tag an. Jenseits dieser Dosis stieg aber auch bei Männern das Diabetesrisiko wieder an.

Die Wissenschaftler schließen aus ihrer sorgfältigen Analyse und den bekannten, dazu passenden plausiblen Wirkmechanismen des Alkohols, dass der beobachtete Zusammenhang tatsächlich besteht und ursächlicher Natur ist.

Rotwein als Antiaging-Präperat und gegen Prostatakrebs

13. September 2010
© Sigrid Rossmann / PIXELIO

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Die gesundheitsfördernden Attribute des Rotweins wurden ja schon mehrfach beschrieben. Der Stoff, auf den diese wundersame Wirkung zurückgeht, heißt Resveratrol und sitzt in der Traubenschale. Er scheint eine so enorme Wirkungsbreite zu haben, dass Professor Dipak Das aus Connecticut in den USA sogar soweit geht, dem Resveratrol wegen seiner blutverdünnenden Eigenschaften den gleichen Stellenwert wie dem Asperin in der Kardioprotektion zuzuschreiben. Eine Wirkung von Resveratrol sorgt besonders in der Antiaging-Medizin für Aufsehen. Der Stoff hat offensichtlich auf unterschiedliche Organismen die gleiche lebensverlängernde Wirkung, wie anhaltende Kalorienrestriktion. Bis heute ist die Kalorieneinschränkung die einzige Maßnahme, für die experimentell eine tatsächliche Lebensverlängerung nachgewiesen wurde. Dies beruht auf die Fähigkeit des Resveratrols, Sirtuine zu aktivieren. Das sind Reperaturgene, die auf eine geschädigte DNA einwirken. Und die Zelle somit länger lebt.

Als Quintessenz von Arbeiten eines Forscherteams am Fred Hutchinson Cancer Center in Seattle kam heraus, dass Männer, die vier Gläser Rotwein pro Woche kosumieren, nur ein halb so großes Risiko haben, an Prostatakrebs zu erkranken. Die Erklärung dafür liegt in der ausgeprägten antioxidativen und antientzündlichen Wirkung des Stoffes. Außerdem wird dem Molekül zugeschrieben, dass es entartete Zellen offenbar in den programmierten Zelltod treiben kann. Der Wirkstoff ist aber nicht in allen Rotweinen in gleicher Konzentration vorhanden. Nordeuropäische Rotweine, die etwas härteren Witterungsbedingungen und gelegentlichen Feuchtigkeitsperioden ausgesetzt sind, haben 10 bis 12 Milligramm Resveratrol. Sonnenverwöhnte Weine hingegen deutlich weniger. Bei der empfohlenen Weindosis versteht sich von selbst, dass eine wesentliche Erhöhung der wöchentlichen Menge aufgrund des Alkohols insgesamt kontraproduktiv wirkt.

Quelle: Zeitungsbericht Berliner Morgenpost vom 13. August 2010.

Restsüße-Angaben auf dem Etikett

25. August 2010

Auf den Etiketten elsässischer Weine soll es zukünftig Angaben zur Restsüße des Weins geben. Dies plant der neue Vorsitzende des Elsässer Winzerverbandes CIVA (Conseil Interprofessionnel des Vins d’Alsace), Rémy Gresser. Der biodynamisch arbeitende Winzer verwendet bereits eine Restsüße-Nomenklatur für seine eigenen Weine. Die derzeitigen Angaben seien “unvollständig”, so Gresser.

Zukünftig soll mit einer von Eins bis Fünf reichenden Skala die Restsüße angezeigt werden. Bis zur endgültigen Etablierung einer neuen Regelung empfiehlt er den Winzern, auf ihren Etiketten die Begriffe sec, demi-sec, moelleux und liquoreux zu verwenden.

Die Weinwirtschaft sollte sich grundsätzlich, so Gresser, auf ein “allgemeines System” zur Charakterisierung der Geschmacksrichtung einigen. Etiketten seien schließlich “eine phantastische Möglichkeit zur Kommunikation mit den Kunden, es ist schade, daß diese Plattform nicht besser genutzt wird”.

(Quelle: wein-plus.de / Die, 24 Aug 2010 19:08:40)

Der Deutsche Wein gibt sich die Ehre

02. August 2010

Etliche Weinfreaks zählen jetzt schon die Tage bis zum 5. September! 5. September?

Ja, an diesem Tag wird es eine einmalige Show um den deutschen Wein geben! Zum 100-jährigen Jubiläum des Verbandes der Prädikatsweingüter (VDP) kommen alle 195 Mitgliedswinzer nach Berlin. Selbst für professionelle Weinnasen ist so etwas einmalig, weil auch wir über zwei Jahre verteilt so ziemlich alles an Veranstaltungen von Premium-Händlern und dem VDP besuchen müssten, um annähernd so viel Qualität erlebt zu haben. Und auch der Rahmen ist sehr individuell gewählt. In Zusammenarbeit mit 70 der bekanntesten hauptstädtischen Galerien werden sich die Weingüter parallel zur zeitgenössischen Kunst zeigen. Bei einigen Weingütern ist die Verbindung zwischen Kunst und Wein aufgrund von exklusiven Künstleretiketten schon geläufig. Aber in dieser extremen Ausprägung, wo jede Galerie bis zu 3 verschiedene Winzer für 6 Stunden beherbergt, ist es schon ein Novum. Es werden Führungen mit je einer Fachkraft für Kunst und Wein angeboten, wo Ihnen während einer Galerientour die Inhalte beider Gebiete nahegebracht werden. Ab August werden die Galerien und die dort präsentierenden Winzer im Internet unter www.vdp.de veröffentlicht. Der Kartenpreis beträgt 27 € pro Person.

Blitzbesuch bei der Winzerelite – Weingut Dönnhoff und Dr. Wehrheim

27. Juli 2010

Kluth-DoennhoffEnde Juni ging es für 1 ½ Tage zu einem Blitzbesuch an die Nahe und in die Pfalz. Aus- gangspunkt für diese Tour war, dass ich zur Jahrgangs- präsentation bei Helmut Dönnhoff leider verhindert war. Und so bemühte ich mich um einen individuellen Termin. Mir wurde der letzte Freitag im Juni um 11 Uhr angeboten.

Bekanntlich ist das Weingut Hermann Dönnhoff eine Institution, die weniger Probleme mit dem Verkauf, als mit der Verteilung seiner Weine hat! Besonders in Jahren, wie 2009, wo der Ertrag das Vorjahr um 20 Prozent unterschritt, ist der Rotstift bei den nationalen und internationalen Bestell-Wünschen wohl der komplizierteste Teil seiner Arbeit. Auch wenn es in Deutschland mit Sicherheit etliche Kollegen gibt, die aus betriebswirtschaftlicher Sicht seine „Probleme“ sehr gerne eintauschen würden. Es gibt nur wenige Möglichkeiten Herrn Dönnhoff außerhalb des Weingutes einmal persönlich kennen zu lernen. Den meisten Veranstaltungen bleibt Deutschlands Nr. 1 fern, weil er ja realistisch keinen Wein mehr zu verkaufen hat. Damit die Verteilung seiner Weine auch auf andere Schultern gelegt wird, hat er Deutschland in größere Zonen eingeteilt. Diese werden von Haupthändlern versorgt, die sich einmal im Jahr zum Jahresgespräch treffen. Dort wird dann auf Grundlage der Gesamternte im Gespräch entschieden, wie viel Flaschen von welcher Sorte in dieser Region bleiben. Da jeder Händler versucht, sich einen möglichst großen Teil des Kuchens zu sichern, bleibt auf dem Weingut nur noch wenig da, was an Privatkunden verkauft werden könnte.
Nachdem ich in der Nacht vor dem Termin bis Wiesbaden gefahren bin, ging es morgens weiter Richtung Oberhausen an der Nahe. Pünktlich um 10 Minuten vor 11 fuhren wir auf den Hof vom Meisterwinzer. So ein erster Besuch bei einem so prominenten Winzer ist auch für einen gestandenen Profi aufregend. Innerhalb weniger Minuten wird sich jetzt entscheiden, wie viel Zeit der Meister erübrigen will und welche Weine während des Weingespräches verkostet werden. Nachdem ich diesen Part wohl mit positivem Ergebnis absolviert hatte, konnte ich mich darauf konzentrieren, vielleicht ein paar Details zu seinen Weinen und ein paar Statements zu bekommen. Als erstes war herauszuhören, dass er mit der teilweise wohl etwas zu dogmatisch manifestierten aktuellen Einstellung zur Reinzucht Vergärung so seine Probleme hat. Er ist der Meinung, dass der Einfluss von Reinzuchthefen sehr stark überschätzt wird. Schon der Name öffnet hier Tür und Tor für Missverständnisse und Fehlinterpretationen. Hier handelt es sich nicht etwa um ein Kunstprodukt, sondern um besonders saubere Hefestämme, die zu gewerblichen Zwecken im Labor reprodoziert wurden. Ein Vorgang der in der Natur genauso hätte stattfinden können. Ihm kommt es so vor, als sei die Fokussierung auf die Spontanvergärung eine zwanghafte Modeerscheinung, ohne die man keine Reputation am Markt genießt. Fakt ist erstmal, dass ein biodynamischer Winzer gegenüber einem Kollegen, der im Stil der 80er und 90er Jahre vinifiziert, imagemäßig einen riesengroßen Imagevorsprung hat. Da ist von Weinqualität noch gar nicht die Rede gewesen. Nach Meinung von Herrn Dönnhoff hängt die Weinqualität nicht elementar von der Hefe ab. Für schwierige Chargen würde auch er Reinzuchthefen, um jegliches Risiko bei der Gärung auszuschließen. Für Ihn sind akkurate Weinbergsarbeit mit Ertragsreduzierung wesentlich wichtigere Elemente, um einen hochkarätigen Wein herzustellen. Einen kleinen Zusatzluxus leistet man sich aber schon im Keller von Herrn Dönnhoff. Für jede Charge Wein, die den Hof erreicht, steht im Keller die die doppelte Menge an Ausbauvolumen zur Verfügung, Hier wird also aufgrund der Verfassung des Mostes entschieden, ob der Wein ganz oder teilweise im Holz oder Edelstahl ausgebaut werden soll. Als Fazit könnte man sagen, dass ein nach außen etwas unnahbar erscheinender Star-Winzer (dieses Wort mag Herr Dönnhoff überhaupt nicht) durchaus mit sehr viel Erdnähe beseelt ist. Trotz des Jet-Set-Status dieser Wein-Koryphäe erreicht ein einigermaßen qualifizierter Sommelier wie ich am Ende eines sehr sympathischen Gespräches in etwa die Augenhöhe. Und vielleicht sind für Ihn ja die schönsten Momente, wenn er ganz allein auf der Niederhäuser Hermannshöhle dem Werden seiner nächsten „Weinkinder“ zuschauen kann. Für mich waren es mit Sicherheit weinbezüglich die spannendsten 75 Minuten (25 mehr als erwartet!) der letzten Jahre. Vielen Dank Herr Dönnhoff!

wehrheim-2_785Aus Oberhausen an der Nahe ging es jetzt nach Birkweiler in der Südpfalz. Aufgrund der nicht einkalkulierten Verlängerung musste ich jetzt versuchen, der ausgerechneten Zeit vom Navi ein Schnippchen zu schlagen. Denn, wie anfangs erwähnt, ist der Zeitplan eng gestaffelt. Mit einer viertel Stunde Verspätung kam ich beim Weingut Dr. Wehrheim an, wo sich aktuell 3 Generationen mit der Produktion und dem Absatz der Weine beschäftigen. Hier ist die Situation eine ganz andere, da ich Karl-Heinz Wehrheim seit über 12 Jahren kenne. Damals habe ich die 5 Freunde in Hamburg der Gastronomie und dem Handel vorgestellt. Die Ansprache und der Umgang sind also etwas legerer. Bei der Verkostung hier hatte ich die Worte von Herrn Dönnhoff noch im Ohr, dass bei Weinen mit einem sogenannten Sponti-Ton der Winzer bei der Spontanvergärung irgendetwas falsch gemacht hat! Die Weine, die vor mir standen waren alle spontanvergoren. Aber scheinbar hat Karl-Heinz Wehrheim alles richtig gemacht! Bei allen Weinen waren nur die rebsortentypischen Aromen zu schmecken, die Weine waren alle stoffig und grundsätzlich mit sehr humanen Alkoholwerten versehen. Das hat man auch schon mal anders erlebt. Mit dem Buntstück und dem Rotstück wurden zwei kleine Terroir-Weine neu in der Kollektion präsentiert. Optimal zur Kundensensibilisierung geeignet! Besonders bei seinen S-Qualitäten wird deutlich, was für ein hochreifer Jahrgang hier im Glas steht. Denn die sicher nicht ganz geringe Säure hat es bei diesen hohen Extrakten trotzdem nicht leicht. Ich bin wirklich gespannt, wie dieses Verhältnis potentiell betrachtet eingeschätzt wird. Insgesamt ist das auf jeden Fall ein Jahrgang, der schon richtig Spaß macht. Natürlich sind auch die 2008er Großen Gewächse sehr gut trinkbar. Besonders in diesem ja eigentlich aus der trockenen Auslese entstandenen Bereich kann man sich gerne einmal trauen, bis zu 5 Jahre alte Gewächse zu kaufen. Meistens ist das ein sehr monumentales Erlebnis. Besonders zu empfehlen sind wieder mal die einfachen Qualitäten vom Spätburgunder und St. Laurent.

rebholz_769Mittlerweile war es 15:30 Uhr und der nächst Ortswechsel stand an. Diesmal ging es aber nur ein Dorf weiter. Hier ging es zum Weingut Ökonomierat Rebholz! Hier hat man sich in den letzten 10 Jahren sehr stetig aus dem deutschen Mittelfeld unter die 5 besten Weingüter Deutschlands gearbeitet. Während die Fassproben zur ProWein die erwarteten Qualitäten nur sehr vage zeigten, hatte man jetzt die fast schon zur Routine gewordene Perfektion im Glas. Das zeigte mal wieder, wie extrem hier auf Langlebigkeit vinifiziert wird. Eingeweihten Lesern wird schon aufgefallen sein, dass auch dieses Weingut zu den 5 Freunden gehört, und damit eine ruhige entspannte Atmosphäre herrschte, wo man sich nur auf die Weine konzentrieren durfte. Bei so einer Vorort Verkostung wird wieder mal deutlich, was für eine enorme Rebsorten-Bandbreite hier auf höchstem Niveau angeboten wird. Der Riesling ist mal wieder der primus inter pares. Hier setzen auch die Qualitäten die Latte sehr hoch. Ich würde sie mittlerweile etwas über den 2008er Qualitäten einstufen. Man bekommt also mindestens ¾ der Qualität der Großen Gewächse zum halben Preis. Bei den weißen Burgundersorten ist zwar der Grauburgunder nahezu durchgegoren mit maximal 1,1 g Restzucker aber natürlich auf Kosten eines sehr hohen Alkoholwertes. Für die Weißherbst-Freunde muß ich leider anmerken, dass der Preis für den Blanc de Noir um fast 40 % raufgesetzt wurde. Dafür ist der Spätburgunder in der Version Tradition Spätlese trocken bei mindestens gleicher Qualität preislich stabil geblieben. Im Durchschnitt wird sich die Bewertung der Weine nicht sonderlich von den 2008ern unterscheiden. Da ich hier jetzt als Highlights 8 bis 10 Weine nennen müßte, erspare ich mir die Auflistung. So, das war’s fast für diesen Tag. Noch schnell ein paar Flaschen Wein beim Weingut Siegrist abholen und sich dann auf den nächsten Tag vorbereiten.

Weingut-Markus-Schneider_1683Denn am nächsten Morgen steht um 10 Uhr ein Termin bei dem Weingut Markus Schneider in Ellerstadt auf dem Programm. Und auch wenn dieses in der dörflichen Gemeinde etwas futuristisch wirkende Kellereiensemble inmitten der Reben schon vielfach besprochen und abgefilmt wurde, ist es doch live noch einmal so imposant. Nachdem mich der Wahnsinns-Hype und die unterschiedlichen Aussagen zur Qualität der Weine neugierig gemacht haben, durfte ich auf der ProWein in Düsseldorf in diesem Jahr ganz frisch die komplette Kollektion probieren. Und ich war so positiv überrascht, dass ich mir für meine nächste Tour in die Anbaugebiete auf jeden Fall einen Besuch vor Ort vorgenommen habe. Und das war nun der Fall! Mein Navigationssystem wusste zwar mit der Adresse noch nicht so viel anzufangen, aber die Ausschilderung war letztlich so gut, dass ich doch noch pünktlich vorfahren konnte. Obwohl das Wohnhaus und die Kellerei zur gleichen Zeit gebaut wurden, scheinen sie doch aus sehr unterschiedlichen Sphären zu stammen. Aber vielleicht haben sich bei den privaten Räumlichkeiten auch einfach nur die Eltern durchgesetzt, mit deren Startkapital der Junior ja durchstarten durfte. Mit diesem Geld pachtete sich Markus Schneider preisgünstigere Tallagen, und baute auf dieser sehr warmen sandigen Bodenstruktur internationale Rotweinrebsorten an. Und das natürlich auch aus strategischen Gründen. Der Markt fieberte zu dem Zeitpunkt preisgünstigen deutschen Rotweinen entgegen, die eine möglichst überseemäßige Aromenstruktur aufweisen sollten. So war es von Anfang an das erklärte Ziel von Markus Schneider, Cuvées mit Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah zu einem günstigen Preis herzustellen. Ein paar sehr alte Portugieserreben gab es bei den ersten gepachteten Flächen dazu. Jetzt musste er es nur noch schaffen, Weinkritiker und Publikum gleichermaßen von seinen Weinen zu überzeugen. Mit seiner Kommunikationsfähigkeit und seinem Talent, sich mit zeitgemäßem Marketing gut auszukennen, hat er ein Expansionstempo an den Tag gelegt, welches in dieser Form bisher in der Deutschen Weinwirtschaft noch nicht vorkam. Nach 10 Jahren bearbeitet er insgesamt 50 ha Rebfelder, von dessen Ertrag er 380.000 Flaschen im Jahr abfüllt. Große Lagerräume für nichtverkaufte Weine sucht man bei Markus Schneider vergebens. Da ist er Herrn Dönnhoff doch sehr nahe, weil auch er viele seiner Weine verteilen darf, Das liegt natürlich auch daran, weil sein Weinportfolio sehr breitbandige Käuferschichten anspricht. Da gibt es Weine, die von Kritikern „höflich“ übersehen werden, aber vom trendigen Massenpublikum verehrt werden. Und es gibt Weine, bei denen die Degustatoren ungewöhnlich hohe Punktzahlen geben. Und so kommt es, dass jede Kundengruppe im Prinzip mit ihrer Weinecke bei Herrn Schneider sehr zufrieden ist. Was alle vereint, ist die Tatsache, dass die meisten Weine von Markus Schneider für so viel Intensität relativ preiswert sind. Bis jetzt das absolute Erfolgsmodell, was wir durchaus öfter in Deutschland vertragen könnten.

Zur Mittagszeit ging es dann weiter nach Bad Dürkheim. Im Stadtteil Pfeffingenwurde ich beim gleichnamigen Weingut schon vom Juniorchef Jan Eymael erwartet. Und zack war man vom Interieur wieder um 100 Jahre zurückversetzt! Auf meiner kleinen Tour wurde ich diesen Extremen öfter ausgesetzt. Obwohl ich manchmal das Gefühl habe, dass sich viele Weine mit einem offensiveren Marketing sicher noch besser vermarkten ließen. Aber in gewachsenen Strukturen ist es eben durch das erarbeitete Mitspracherecht der Senioren nicht immer so einfach, für die junge Generation etwas Neues durchzusetzen, wenn auch noch Risiko mit im Spiel ist. Trotzdem konnte sich das Weingut Pfeffingen unter der Federführung von Jan Eymael in den Pfälzer Top-Ten mit einer Tendenz nach oben etablieren. Außerdem scheinen den Weinen der Familie Eymael die Bedingungen bei den jährlich sehr groß aufgezogenen Verkostungen des Managermagazins entgegen zu kommen. Im letzten Jahr holte das Weingut in der Kategorie trockene Rieslinge mit dem Terra Rossa Riesling Spätlese trocken den 2. Platz. In der gleichen Kategorie konnte der gleiche Platz diesmal mit dem Ungsteiner Herrenberg Riesling Spätlese trocken verteidigt werden. Die meisten Kritiker scheinen bei diesem Weingut die Rotweine zu übersehen. Obwohl dies meiner Meinung nach ein großer Fehler ist. Selten bekommt man in der Pfalz Weine mit diesem Aufwand und der Qualität so preisgünstig. Sie werden überrascht sein, wie viel Spätburgunder Sie hier für Ihren Euro bekommen. Außerdem werden die Großen Gewächse vom Riesling mit so wenig Restsüße ausgebaut, dass sie schon mal als Luxus-Diabetiker-Wein durchgehen könnten. Und das war sie denn auch schon wieder, mein straff geplanter Besuchsparcours zu einigen Topwinzern von Nahe und Pfalz. Nach einem privaten Nachmittagsbesuch ging es dann auch schon wieder zurück in den Nord-Osten.

Weinkritiken von nicht freigegebenen Weinen

12. Juli 2010

WeinPlusIm Juni wurden im Forum weinplus.de einige Weinkritiken veröffentlicht, die so nicht ins Netz hätten kommen dürfen. Wenige Stunden später wurden Sie wieder gelöscht. Es handelte sich um die Kritiken von Großen Gewächsen des Jahrgangs 2009! Diese Weine dürfen laut VDP-Statuten erst ab 1. September 2010 in den Verkauf gebracht werden. Jeder Winzer im Verband hat also bis zu diesem Tag Zeit, seinem Wein die nötige Flaschen- oder Fassreife zu geben, damit er zur offiziellen Premiere am 1. September, bzw. 4. September vor Fachpublikum in Berlin das Weingut optimal repräsentiert. Fakt ist, dass diese Weine wohl qualifizierten Besuchern auf den Weingütern schon ab Juni zur Verkostung angeboten werden.

Natürlich kribbelt es da so manchem in den Foren sehr intensiv mitschreibenden Sommelier in den Fingern, seine Meinung Kund zu tun. Aber bei dne Verbreitungszahlen, die solche Meldungen im Netz haben, wäre es wahrscheinlich sinnvoll, den Winzern einen etwas engeren Handlungsrahmen mit auf den Weg zu geben. Denn spätestens in diesen Sommermonaten gehen natürlich auch die Subskriptionsangebote für die Großen (Ersten) Gewächse der mehr oder minder angesagten Weingüter an die Kunden raus. Und natürlich kann da jede positive wie negative Kritik wirtschaftliche Folgen für ein Weingut haben, weil eine ins Netz gestellte Momentaufnahme eines erst Monate später zu beziehenden Weines schon als fast gleichwertige Orientierungshilfe zu den erst ab 1. September berichtenden professionellen Kritikern gesehen werden. Natürlich wissen wir alle, dass das Geschäft mit den Großen Gewächsen durchaus zu einer lukrativen Einheit herangewachsen ist. Da aber bekanntermaßen die Entwicklungsphasen eines Weines sehr sprunghaft sein können, wäre es meiner Meinung nach sehr sinnvoll, den Winzern engere Regularien zur Verkostung von Großen Gewächsen vor der offiziellen Präsentation an die Hand geben, oder soweit vorhanden, noch einmal um die Einhaltung derselben zu bitten. Und wenn es nur der Fairheit wegen ist. Denn eine weingesetzliche Regelung, auf deren Grundlage dann eventuell Regressforderungen geltend gemacht werden können, wird es wohl in absehbarer Zeit nicht geben.